21.03.2016

Projektbericht - Neubau Bürogebäude Piller Blowers & Compressors GmbH

(Interview mit Dipl.-Ing. Architekt Jan Albrecht) 

 

Bürogebäude mit Wohlfühlklima

 

Die Firma Piller Blowers & Compressors GmbH in Moringen fertigt kundenspezifische Gebläse und Kompressoren für die Prozessindustrie und zählt mit diesen Produkten zu den Technologieführern weltweit. Der Erfolg der Produkte insbesondere im Export erfordert ergänzende Verwaltungs- und Entwicklungsstrukturen, deren Personal in neuen Räumlichkeiten unterzubringen ist. Das hat zu dem Entschluss geführt, das bisherige Verwaltungsgebäude um einen Neubau zu erweitern. Der Neubau steht für sich alleine, in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem bisherigen Gebäude und wird später mit dem Altbau über eine Brücke angebunden.

Bei dem Neubau handelt es sich um einen klassischen Bürogrundriss, dessen Abmessungen sich durch die beidseitig um den mittigen Flur angeordneten Büros mit jeweiligen Tiefen von ca. 6,0m ergeben. Das Ausbauraster mit 1,375m wurde vom alten Bürogebäude übernommen. Die tragenden Elemente bestehen aus der rückseitigen Lochfassade und zwei Stützenreihen im Abstand von 8,50m bzw. 5,50m. Die Stützen in der jeweiligen Reihe haben einen gegenseitigen Abstand von 8,25m.

Auf einem Grundriss von 64,40 x 14,92m werden vier Geschosse errichtet. Im Erdgeschoss sind der Empfang und mehrere Besprechungsräume angeordnet, während in den übrigen Geschossen die einzelnen Büros für die verschiedenen Abteilungen vorgesehen sind. Die wenigen Stützen lassen eine flexible Raumeinteilung von Einzelbüros bis zu Großraumbüros zu.

Während für die Rückseite des Gebäudes mit Blick zum Altbau eine strukturierte Fassade mit abwechselnden Wandscheiben und Fenster  angedacht ist, besteht die gegenüberliegende Seite aus einer Ganzglasfassade. Akzentuiert wird diese zusammenhängende Fassadenfläche durch einen umlaufenden vorstehenden Rahmen, der durch die auskragenden Decken im EG und im 3.OG gebildet wird.  

 

Kühldecke für die Büros

 

Bereits frühzeitig wurde im Planerteam mit dem Bauherrn über die Klimatisierung der Büroflächen gesprochen und insbesondere die Möglichkeiten der Kühlung im Sommer bei der großen Fassadenfläche aus Glas ausgelotet. Über den Kontakt mit dem Architekten Jan Albrecht ist dann das Produkt CEILTEC®- Bauteilaktivierung ins Spiel gekommen. Recht schnell wurde allen Beteiligten klar, welche Möglichkeiten mit diesem Deckensystem bestehen (siehe auch das Interview mit dem Architekten). Nach der Überprüfung der Kosten wurde entschieden, dieses System weiter zu verfolgen und für die Ausführung vorzusehen.

 

Eine Flachdeckenkonstruktion mit CEILTEC®-Flachdecke

 

Für die Deckenkonstruktion wurde mit dem System CEILTEC®-Flachdecke ausgeführt. Dieses System erlaubt, die einachsig gespannten Hohlplatten als vorgefertigte Elemente in Verbindung mit deckengleichen Gurtstreifen anzuordnen, so dass im Endzustand eine Flachdecke entsteht. Je nach den Abmessungen der Spannweiten für die Stützenreihe wird der Gurtstreifen vorgespannt. Im Tragverhalten ist dieses System im Vergleich mit  der zweiachsig gespannten Flachdecke identisch. Der Vorteil gegenüber den Flachdecken mit Vollquerschnitt liegt in dem geringeren Eigengewicht und der raschen Bauweise.

Für die jeweiligen Geschossdecken spannen die vorgefertigten Plattenelemente mit einer Regelbreite von 2,75m von der Fassade bis zur Mittelstützenreihe. Die Gurtstreifen entlang der Mittelstützenreihe und entlang der Fassade mit der großen Glasfront bilden das Auflager für die Platten. Die verbleibende Fassadenreihe liefert mit den Wandscheiben und den Unterzügen über den Fenstern ein kontinuierliches Auflager. Die Deckenstärke mit 30cm fällt bei den Spannweiten von bis 8,50m sehr schlank aus. Die deckengleichen Unterzüge in den erwähnten Gurtstreifen werden aufgrund der Beanspruchung mit längslaufenden Monolitzen vorgespannt. Da die vorgefertigten Elementplatten sowohl die Schalung als auch die Querkraftbewehrung für den deckengleichen Unterzug entlang der Gurtstreifen liefern, sind die verbleibenden statischen Höhen für die örtlich einzulegende Längsbewehrung im Gurtstreifen aufgrund der Stärke der vorgefertigten Platten reduziert. Bereits werkseitig angeordnete Vertiefungen im Gurtstreifen zwischen den Bügelreihen entschärfen diese Einschränkung. Die Anordnung der Spannlitzen profitiert von diesen Vertiefungen ebenfalls durch die größere zu erzielende Pfeilhöhe und damit durch die größeren Umlenkkräfte.

 

Klimatisierung mit CEILTEC®-Bauteilaktivierung

 

Die CEILTEC®-Bauteilaktivierung basiert auf vorgefertigten Deckenplatten mit Sandwichquerschnitt, was zu höheren thermischen Leistungen und einer schnellere Reaktionszeit führt. Zusätzliche Elemente wie die integrierten Streifenabsorber, integrierte Beleuchtung mit LED und die dezentralen Verteiler vervollständigen das Deckensystem zu einem vollumfänglichen Klimasystem.

 

Bei dem konkreten Bauvorhaben orientiert sich das System CEILTEC®-Bauteilaktivierung an den vorgefertigten Elementen, indem pro Platte die einzelnen Register über die Länge der Büros werkseitig angeordnet werden. Die Rohrleitungen der einzelnen Register werden bereits werkseitig in der unteren Schale des Sandwichquerschnitts angeordnet und einer Dichtigkeitsprüfung unterzogen. Die einzelnen Register werden auf der Baustelle bis zu dem jeweiligen dezentral angeordneten Verteiler verlängert. Über die Steuerelemente im Verteiler  ist die Einzelraumregulierung gewährleistet. Zudem erlaubt die individuelle Zuleitung pro Verteiler eine flexible zonenweise Klimatisierung entweder im Kühl- oder im Heizmodus.

 

Ergänzt wird für das vorliegende Bauvorhaben die CEILTEC®-Bauteilaktivierung mit den abgestimmten Streifenabsorbern zur Gewährleistung einer optimalen Raumakustik, die selbst bei schallharten Betonuntersichten wirksam sind, ohne die thermische Leistung der Decke zu reduzieren. Die in den Absorbern integrierten LED-Spots gewährleisten die Grundbeleuchtung der Büroräume.

 

Mit dem modulartig aufgebauten Deckensystem von CEILTEC®-Flachdecke und
CEILTEC®-Bauteilaktivierung wird jeder Bürogrundriss statisch optimal abgedeckt und zugleich ein Raumklima mit hohem Wohlfühlfaktor mitgeliefert. Das Bauvorhaben Piller  mit seinen Grundrissen zeigt auf eindrückliche Weise, welche Ergebnisse mit diesem System zu erzielen sind.

 

Lesen Sie hier das Interview mit Herrn Dipl.-Ing. Architekt Jan Albrecht!