03.09.2014

Regelaussparung im Achsraster

Thermoaktive Decken sind energieeffizient und entsprechend wirtschaftlich.  Zudem sorgen sie mit ihrer Strahlungsenergie für höchste Behaglichkeit der Nutzer. Während diese Eigenschaften die Vorzüge dieser Decken beschreiben, ist der mit dem Einbau der Deckenelemente verbundene Nachteil auch bekannt.

 

Ist Nachrüsten bei thermoaktiven Decken möglich?

 

Thermoaktive Decken müssen auf der Deckenunterseite frei von jeglichen Ein- und Anbauten bleiben. Denn die gesamte Deckenfläche wird für die Übertragung der Energie aus und in den Raum genutzt. Die Deckenunterseite ist starr und glatt. Diese glatte Deckenunterseite erweist sich nun in mehrfacher Hinsicht als Nachteil.

Schallharte Flächen reduzieren die Schallwellen nicht und tragen damit nicht zu einer komfortablen Akustik im Raum bei. Nachträgliche Installationen für z.B. die Beleuchtung oder dem Anschluss von Strom- und Steuerkabel sind nicht mehr möglich. Die Anschlüsse müssen frühzeitig geplant und während der Bauausführung umgesetzt werden. Die Flexibilität in der sich ändernden Nutzung ist mit diesem Deckentyp eingeschränkt.

 

Nachrüsten mit der Regelaussparung

 

Abhilfe verspricht eine aktuelle Entwicklung, die vorzugsweise bei vorgefertigten Deckenplatten eingesetzt wird. Streifenförmige Aussparungen nach einem festen Muster innerhalb des Achsrasters angeordnet, lassen viele Wünsche hinsichtlich einer nachträglichen Installation offen. Die Aussparungen sind gekennzeichnet durch folgende Eigenschaften:

ein gleichbleibendes Schema für die Anordnung innerhalb jedes Ausbaurasters

Optionaler Anschluss jeder Aussparung mit Strom, Steuerleitung und Luft

Die in den Abmessungen immer gleichen Aussparungen ermöglichen vielerlei Abdeckungen entsprechend den gewünschten Funktionen

Die Abdeckungen werden wahlweise als Schallabsorber, als Luftauslass, LED-Leuchte, Stromauslast genutzt.

Dieses Konzept wurde um die Fertigung der Elementplatten vom Typ Ceiltec® auf Schalungstischen herum entwickelt. Die Abmessungen der Platten orientiert sich an dem Gebäuderaster, um mit den eingelegten Rohrregistern achsbezogen und somit individuell heizen und/oder kühlen zu können. Die Vorteile dieser Fertigung bestehen in der späteren Einzelraumregelung, sowie der Option, in parallelem Betrieb sowohl Kühlen als auch Heizen zu können. Dieses Konzept ist bereits ein großer Fortschritt gegenüber der klassischen Bauteilaktivierung und ist nicht mehr weg zu denken bei zeitgemäßen Raumklimakonzepten für moderne Bürogebäude. 

Basierend auf diesem Konzept war es nur konsequent, die Platten mit einer Anzahl von streifenförmigen Aussparungen innerhalb eines festen Schemas zu ergänzen.

Die statischen und konstruktiven Randbedingungen fordern kleinformatige Aussparungen, so dass diese sich innerhalb der Betonüberdeckung einbauen lassen. Die Ausbildung und die Höhenlage der Bewehrungsmatte mit ihren einzelnen Lagen und der ergänzenden Lage der Rohrleitungen orientieren sich an diesen Aussparungen.

 

Kleiner Schalkörper mit großer Wirkung

 

Die Konstruktion der Schalung für die Aussparungen gestaltet sich aufgrund der kleinen Abmessungen recht anspruchsvoll. Der Schalkörper muss sich auf dem Schaltisch ausrichten lassen, um dann anschließend stabil mit diesem verbunden zu werden. Die Schalung muss auch gegenüber dem Schalungstisch dicht abschließen, um keine Unterläufigkeit zu erlauben und die Kanten nicht ausbluten, so dass nach dem Ausschalen eine gleichmäßige und nahezu scharfe Kante vorhanden ist. Die Befestigung erfolgt mit speziellen Magneten, die in entsprechender Anzahl in dem länglichen Schalkörper angeordnet sind. Über von oben zugängliche Elemente können die Magnete geschaltet werden.

Ergänzend muss der Schalkörper mit Elementen zur Befestigung von den für die vor beschriebene Nutzung vorgesehenen Einbauteilen ausgestattet sein. Entlang der Streifen besteht die Option, sowohl Leerrohre für den Anschluss der Leitungen als auch einzelne geformte Kästen für weitere Einbauten oder für z.B. den Luftanschluss anzubringen. Die Fixierung dieser Befestigungselemente erfolgt ebenfalls über Magnete, die allerdings auf der Oberseite der Schalkörper angeordnet sind.

 

Schlitzaussparung mit eingebauten Funktionen

 

Innerhalb eines Ausbaurasters stehen nun die Aussparungen für die weitere Nutzung zur Verfügung. Die Abdeckung kann nun flexibel ausgeführt werden, um die gewünschten Funktionen zu erfüllen. Mit dieser Konstruktion gestaltet sich die bislang als unflexibel betrachtete Deckenunterseite einer thermoaktiven Decke außerordentlich flexibel. Die Anwendungen reichen von Absorbern zur Verbesserung der Akustik, Lichtkanal mit LED-Streifen, einzelne Spots mit LED, Lüftungsauslass bis zu nachträglichen Anschlüssen für Strom- und Steuerleitungen.

 

Der Montageablauf als Video unter: https://www.youtube.com/watch?v=MMGVA_xY5vg