15.12.2014

Die Teilnehmer der Veranstaltung BV Kreativpark am 10.10.2014

Großes Bürogebäude im Passivhaus-Standard

 

Integrierte Haustechnik: wir müssen die Sprache der TGA verstehen

Die Integration der Haustechnik Komponenten in der tragenden Decke erfreut sich großer Beliebtheit, aber birgt auch Gefahren, wenn die Leitungen unkoordiniert in den Betonquerschnitt eingebaut werden. Die Ingenieure von Innogration haben diese Problematik bereits vor einiger Zeit erkannt und den Anforderungen gemäß ein vorgefertigtes Deckensystem entwickelt. Um die Wünsche der Haustechnik an die Leitungsführung innerhalb des Deckenquerschnitts mit denjenigen der Tragkonstruktion deckungsgleich zu bringen, braucht es ein tiefer gehendes Verständnis für die gestiegenen Anforderungen der Haustechnik. Der Tragwerksplaner muss die Sprache der Haustechnik verstehen und diese auch sprechen. Innogration hat dies verstanden und mit seinem Produkt Ceiltec® richtungsweisend umgesetzt. Um den Prozess in Verbindung mit diesem Produkt sowohl in der Planung als auch in der Ausführung beispielhaft darzustellen, organisierte Innogration eine Veranstaltung auf der aktuellen Baustelle Kreativpark in Karlsruhe. Der Termin für diese Veranstaltung wurde zeitlich so gelegt, dass die letzte Decke des Bauvorhabens mit allen Einbauteilen für die Haustechnik noch einsehbar war.

 

Praktische Erfahrungen vor Ort: ausgewählte Vorträge

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Heizen, Kühlen, Lüften und Akustik“ kamen ca. 50 Teilnehmer am 10.Oktober 2014 an einem Freitag Morgen zu der Baustelle. Drei Vorträge stimmten die Teilnehmer auf die Thematik ein.

 

Herr Teizer als Vertreter des Bauherrn Vollack GmbH informierte über die Anforderungen an das Gebäude. Als derzeit größtes Bürogebäude in Süddeutschland nach Passivhaus Standard waren die energetischen Randbedingungen vorgeben. Dabei geht es darum, ein hohes thermisches Wohlempfinden als auch eine akustische Behaglichkeit für den Benutzer zu erzielen. Die Firma Vollack hat mehrere Systeme intensiv evaluiert und sich schlussendlich für das Deckensystem Ceiltec® entschieden. In seinem Vortrag berichtete Herr Teizer von den Anforderungen und wie diese am Bauvorhaben Kreativpark erfolgreich umgesetzt wurden.

 

Der zweite Vortrag von Prof. Schnell befasste sich mit dem Einfluss der Rohrleitungen auf der Tragverhalten einer Flachdecke. Die Ergebnisse von umfangreichen Studien an Deckenplatten mit verschiedenen Anordnungen und Durchmessern von Leitungen wurden vorgestellt und die daraus abgeleiteten Kriterien für den Einbau erörtert. In der aktuellen Norm EC2 haben diese Ergebnisse ihren Niederschlag in Form von zwingend einzuhaltenden Vorgaben gefunden, um die Tragfähigkeit der Decke nicht durch Rohrleitungen zu reduzieren. Ergebnisse von Untersuchungen an der vorgefertigten Deckenplatte Ceiltec® wurden ebenfalls vorgestellt.

 

In dem letzten Vortrag berichtete der Geschäftsführer der Innogration , Herrn Th. Friedrich von der Planung der Haustechnik innerhalb des Deckensystems. Dazu gehörten die Aspekte Heizen/Kühlen über die Decke mit eingebauten wasserführenden Rohrregistern, deren Leistungsfähigkeit, die Einzelraumregelung über dezentral angeordnete Verteiler, sowie die Option, im Parallelbetrieb zu Heizen als auch zu Kühlen. Bei Nutzung der Betondecke als Heiz- und Kühlfläche muss deren glatte Unterseite für die Schallabsorption besonders ausgebildet werden. Dazu dienen die deckenbündig integrierten Streifenabsorber, die bei relativ geringer Belegungsfläche große Wirkung zeigen. Ein besonderer Aspekt betrifft die Lüftung mit einem baumartig aufgebauten Leitungssystem, welches erlaubt, über gleichmäßig über die Fläche verteilte Auslasspunkte die Luft einzublasen. Vorteilhaft werden die in der Deckenunterseite integrierten Streifenabsorber für eine optimierte Raumakustik auch als Luftauslass genutzt.

 

Erfahrungen vor Ort: integrierte Haustechnik zum Anfassen

Mit diesen Informationen waren die Teilnehmer ausreichend vorbereitet, die verschiedenen Aspekte der multifunktionalen Decke „live“ in Augenschein zu nehmen. In der letzten Decke des Bauvorhabens waren alle Leitungen gemäß den Vorgaben der Ceiltec® Decke verlegt. Alle Elemente zum Lüften, zum Heizen/Kühlen mit den dezentralen Verteilern konnten nicht nur besichtigt, sondern auch angefasst werden. An weiteren Orten innerhalb des Gebäudes  konnten weitere Eigenschaften des Deckensystems Ceiltec® begutachtet werden. Beeindruckend sind die weitgespannten Decken und demzufolge die geringe Anzahl an Stützen. Die Deckenuntersicht zeigt die Aussparungen für die Streifenabsorber. An ausgewählter Stelle waren einzelne Absorber aber auch die LED-Streifenleuchte innerhalb der Aussparungen bereits montiert.

 

Abschließend bestand ausreichend Gelegenheit, die Erfahrungen bei einem Mittagessen weiter im Detail zu diskutieren. Dank der positiven Rückmeldung vieler Teilnehmer darf man von einer außerordentlich gelungenen Veranstaltung sprechen. Das hat uns auch dahingehend bestärkt, dass die Kombination aus anspruchsvollen Vorträgen mit konkreten Anwendungen eine attraktive Veranstaltungsform darstellt, bei der die Teilnehmer sehr viel Informationen zu den Themen der multifunktionalen Decke mitnehmen können. Somit haben wir beschlossen, weitere Veranstaltungen in dieser Form im Frühjahr 2015 fortzusetzen.